onehundertandonedaytrip

Heute ist tatsächlich schon der 101. Tag meiner Reise durch die Staaten und ich bereue keinen einzigendavon. Die Amerikaner sind wirklich großartig und unglaublich gastfreundlich und ich habe viele tolle Menschen kennengelernt!

Ich fahre quer durch South Dakota, die Highways sind in der Regel nicht viel Befahren und haben eine breite Schulter, ich komme gut voran und erreiche die Badlands nach ein paar Tagen. Im Park in White River treffe ich eine nicht mehr ganz junge Dame, die auf dem Rad von Florida nach South Dakota gefahren ist um den Sommer hier zu verbringen. Im Winter fährt sie dann wieder in den Süden. Ihre Tour absolviert sie komplett auf einem Beachcruieser ohne Gangschaltung, den sie für 9 Dollar auf einem Flohmarkt erstanden hat. Gezeltet wird unter einem Duschvorhang, Schlafsack ist überbewertet, wenn man wach wird weil es kalt ist geht es aufs Rad. Hut ab!!!

Der Umweg in die Badlands hat sich auf jeden Fall gelohnt, die Landschaft hier ist absolut einmalig und mit nichts zu vergleichen was ich bisher gesehen habe!  Die Fahrt gehört zu den absoluten Highlights meiner Tour, ich fahre 50 Kilometer durch Schluchten, über Berge und durch Steppe, umgeben von Präriehunden, Büffeln, Adlern und Kojoten. Die Berge hier sind ehrlich, es geht ordentlich Berg auf und auf der anderen Seite wartet eine schöne Abfahrt auf einen. Das ist viel besser als das ständige auf und ab durch das ich mich sonst quäle. Das Klima ist hier trocken und die Temperaturen von über 40 Grad stehen den Badlands ausgesprochen gut!


In den Badlands gibt es einen kostenlosen Campingplatz auf dem ich einen Ruhetag machen will. Der Platz ist großartig, rund und umgeben von ein paar Felsen sieht er aus wie ein altes Westerncamp. Die Ruhe hier ist atemberaubend, man ist so weit weg von der nächsten Straße und kann Nachts aus drei Richtungen die Kojoten heulen hören.


Auf dem Campingplatz lerne ich Zac kennen der eine kurze Auszeit vom Studentenleben nimmt. Er nimmt mich an meinem Ruhetag mit zum Visitor center um Wasser nach zu füllen, auf dem Campingplatz gibt es keins. Das Thermometer klettert auf 44 Grad, ein guter Tag um nicht auf dem Rad zu sitzen. Zac will am nächsten Tag eine Höhle in den Black Hills besichtigen und ich schließe mich ihm an, also direkt noch ein Ruhetag. Die Höhle ist die 6. längste Höhle der Welt und fast 240 Kilometer lang, auf sehen aber nur die ersten 3 auf unserer Tour und freuen uns über zwei Stunden wandern bei erfrischenden 12 Grad. Abends lernen wir noch Thomas und Eric kennen, die beiden sind Musiker und wollen auf ihrem Roadtrip Material für ihr Album sammeln, ich bin gespannt was da raus kommt!


Zurück am Campingplatz sortiere ich einen Teil meiner Ausrüstung aus, ich habe immer noch das Gefühl viel zu viel mit mir rum zu schleppen und wenn es in die Berge geht zählt jedes Gramm! Auch mein Kochersetup wird gewechselt, statt Benzin wird zukünftig Spiritus verbrannt, herrliche unkompliziert in einem Mini Trangia. In den nächsten Tagen werde ich mein Restbenzin verbrauchen und dann schicke ich den ganzen Kram heim.


Dienstag verlasse ich die Badlands und wechsel über in den Black Hills Nationalpark. Was für eine Fahrt, 20 Kilometer Dirtroad, 80 Kilometer flacher Highway und zum Abschluss noch mal 30km in die Berge. Die Berge hier sind noch ein Stückchen ehrlicher und ich fahre mein Rad langsam aber stetig 3 bis 5 Kilometer lange Steigungen rauf, komme am Ende des Tages auf 1500 Höhenmeter. Mit den Bergen komme ich überraschend gut zu recht, was mir einen Teil meiner Angst vor den Rockies nimmt, gehörig Respekt habe ich aber immer noch vor ihnen.


Abends treffe ich einen weiteren Crosscountry Radler. Mike ist Masseure und Skilehrer und hat im Sommer viel Zeit zu reisen, die Tour ist seine 7. große Radtour Crosscountry . Er fährt von Colorado nach Quebec um dann dort am Ironman teilzunehmen. Sein Ziel ist es ein Ticket für die Weltmeisterschaft auf Hawaii zu ergattern. Krasser Typ!
Wir beschließen zusammen etwas zu essen und danach nach einem Campingplatz ausschauen zu halten.

Wir halten an einem kleinen aber gemütlichen BBQ Grill in Keystone. Wir kommen schnell mit einem Paar aus dem Dorf ins Gespräch und auch der Inhaber setzt sich zu uns und bewertet uns köstlich. Er lässt uns sogar auf seinem Grundstück übernachten, Schlafplatz gefunden! Morgens kommt er extra vorbei um uns ein super Frühstück mit Eiern, Bacon und Bratkartoffeln zu zu bereiten, köstlich und genau die richtige Stärkung für die letzten Höhenmeter zum Mount Rushmore. Viel mehr passiert an dem Tag auch nicht, früh suche ich mir einen Campingplatz und verschwinde bald im Zelt.

Die Höhenmeter von gestern merke ich doch noch deutlich und lasse die nächsten Beiden Tage langsam angehen und fahre durch die Black Hills weiter Richtung Devils Tower. Die Gegend rund um den Devils Tower und die Black Hills zählen zu den heiligsten Orten vieler Indianer Amerikas. Hier wurden die letzten Schlachten gegen die weißen geflochten und vorallem die Sioux haben hier erbitterten Wiederstand geleistet! Während ich durch die Landschaft fahre denke ich mir immer wieder ja, hierfür lohnt es sich zu kämpfen! 

Nach eeiner ruhigen Nacht in Sundance erreiche ich Samstag Mittag endlich den Devils Tower. Den Weg musste ich mir mit ein paar Rindern teilen, der National Forest hier ist gleichzeitig auch Kuhwiese. 

(das ist keine Kuh)

Schon von weitem kann ich den mächtigen Devils Tower aus der Landschaft ragen sehen. 

So long….

Sven

2 thoughts on “onehundertandonedaytrip

  1. Katti

    Lieber Sven🤗
    Die Bilder sind echt ne Augenweite…ich freu mich soo für dich und die tolle Zeit (welche du erleben kannst)😁🌈🍀☀️

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